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Kleine Zeitung vom 18.11.2015

ZUKUNFT LEHRE

Murauer Schüler waren zu Besuch in der Tischlerei Stolz

Arbeiten mit Holz im Holzbezirk Murau: Das können sich jene Schüler der Neuen Mittelschule Murau gut vorstellen, die der Tischlerei Stolz einen Besuch abgestattet haben. Von Maria Steinwender

Murauer Schüler in der TischlereiFoto © Maria Steinwender

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Feiner Holzstaub liegt überall, es riecht nach Zirbenholz und Leim, und über allem surrt die Kreissäge. Ein etwa 200 Jahre altes Stück Eichenholz muss zugeschnitten werden. Die 18 Schüler der dritten Klassen der NMS Murau blicken gespannt auf den Sägetisch und warten auf den nächsten Arbeitsschritt.

Es ist mucksmäuschenstill, keine Spur von Getratsche. Daran merkt man, dass hier volle Konzentration herrscht. Was nicht zuletzt an der interessanten Arbeit in der Tischlerei Stolz in St. Georgen am Kreischberg liegt. Da wird geleimt, geschliffen, Spanplatten werden gepresst, und die Schüler dürfen selbst auch Hand anlegen. 

Beispielsweise beim Auftragen von Holzbeize. Worauf es hier zu achten gilt, erklärt Jürgen Stolz, Geschäftsführer und Inhaber des Unternehmens: „Zirbenholz wird geölt statt gebeizt, damit der typische Geruch erhalten bleibt.“ Überhaupt scheint Zirbenholz momentan sehr beliebt zu sein. „Die Zirbe boomt momentan“, erzählt Jürgen Stolz. 

Er führt den Betrieb in dritter Generation. 1989 brannten die ursprünglichen Räumlichkeiten nieder, was Jürgen Stolz im Nachhinein als Chance für einen Neuanfang sieht. Der Betrieb hat drei Standorte, zwei Möbelhäuser in Tamsweg, Murau und die Produktion in St. Georgen. Die Firma Stolz bietet ein Rundum-Paket für die Ausstattung eines Hauses: Bodenverlegung, Beschattung, eine Näherei für Vorhänge und natürlich die Möbelproduktion, auch für Hotels und Gastronomie.

Da bleiben für den gesamten Arbeitsprozess von Planung über Produktion bis zum Einbau des Mobiliars eineinhalb Wochen. Und wenn einmal ein Fehler unterläuft? Stolz lächelt: „Da darf nichts passieren.“ 50 Mitarbeiter beschäftigt das Möbelunternehmen, darunter drei Tischlerlehrlinge, zwei davon sind weiblich. Ein Lehrling in der Bodenlegerei und Einrichtungsberater werden ebenfalls ausgebildet.

Nach dem spannenden Rundgang durch die Produktionshalle, wo die Jugendlichen selber Spanplatten verleimen und Möbel tapezieren dürfen, bleibt bei einer Jause noch Zeit für einen Rückblick. Schnell wird klar, dass hier alle Schüler später „etwas mit Holz“ machen wollen, einige davon möchten sogar konkret Tischler oder Zimmerer werden und erkundigen sich nach den Voraussetzungen für den Beruf. 

Stolz: „Am wichtigsten sind für mich Motivation und ein Gefühl für den Werkstoff Holz. Die Liebe zum Detail braucht man genauso. Schulisch gesehen ist Mathe der wichtigste Bereich, logisches Denken. Zuverlässigkeit und ein guter Umgang mit Menschen sind auch entscheidend. Ich muss mich auf jeden gleich verlassen können.“